„Grüne Lügen“ voller Fehler

| Daten & Fakten

Bild: Verlag Ludwig / Random House

Wenn ein Ökoforscher Solartechnik als „Gift für die Umwelt“ und „Schwachsinn“ beschimpft, erzeugt das viel mediale Aufmerksamkeit. Umso ärgerlicher wenn solch harsche Kritik auf fehlerhaften Analysen basiert.

Der renommierte Umweltforscher und ehemalige Vizepräsident des Wuppertal Instituts Friedrich Schmidt-Bleek kritisiert in seinem Buch „Grüne Lügen“, der heutige Umweltschutz schade der Umwelt. Die Energiewende verdammt er mit drastischen Worten: „Wir verbrauchen im Endeffekt mehr Ressourcen als vorher. Allein die ‚grüne Photovoltaik‘ verschlingt Unsummen an Natur. Die Energiewende schadet der Umwelt mehr als sie hilft.“

Jetzt widerspricht Rainer Grießhammer, der stellvertretende Geschäftsführer des Freiburger Ökoinstituts, in einer Rezension bei klimaretter.info unter der Überschrift „Tonnenschwere Fehlschlüsse“.

Grießhammer ist Chemiker und hat sich intensiv mit Ökobilanzen, Stoffströmen und Produktanalysen befasst, ist also ein ausgewiesener Fachmann für die Grundlagen, auf denen Schmidt-Bleek seine Kritik fußt. Und Grießhammer stellt fest: „Hinter der Wucht von Schmidt-Bleeks Worten finden sich im Buch aber nur massive Rechenfehler, veraltete und falsche Daten, schwere methodische Fehler bei der Ökobilanzierung und eine völlig ungeeignete Bewertungsmethode.“

Schmidt-Bleeks Methode sei zu grob, weil sie nur Stoffmengen vergleiche, ohne die Umwelt- oder Gesundheitsgefährdung der jeweiligen Stoffe zu bewerten. Treibhausgas-Emissionen, Öltankerunfälle, radioaktive Strahlung? Kein Thema. Daten stammen aus veralteten Diplomarbeiten.

Und selbst mit den verwendeten Daten verrechne sich der Wissenschaftler, beispielsweise zugunsten der Braunkohle um den Faktor zehn. Als „Katastrophale Rechenfehler“ und „abenteuerliche und unlogische Schlüsse“ qualifiziert Grießhammer die Bewertungen Schmidt-Bleeks. Vergleiche „die jedem Ökobilanzierer die Haare zu Berge stehen“ lassen.

Mit weiteren konkreten Beispielen gelangt Grießhammer zum Ergebnis, dass „die Herstellung und das Lesen des Buches ‚Grüne Lügen‘ eine einzige Ressourcen- und Zeitverschwenung“ sei. Das Lesen der Buchrezension ist dagegen erkenntnisreich und sehr zu empfehlen.

Die ganze Rezension hier nachlesen auf klimaretter.info.

Autor: Thomas Seltmann

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