Europol entdeckt großen Steuerbetrug beim Stromhandel

| Recht & Steuern

Firmen handeln untereinander über Grenzen hinweg - in diesem Fall mit Strom. Ein Unternehmen verkauft ihn nach Deutschland - steuerfrei. Beim Weiterverkauf würden eigentlich 19 Prozent Umsatzsteuer fällig. Die Betrüger zahlen aber nicht, sondern reichen den Strom wie in einem Karussell unter gut verschleierten Firmen solange weiter, bis sich die Spur verliert.

Am Ende wird der Strom wieder in Deutschland angeboten und verbraucht. Die europäische Polizeibehörde Europol spricht von Fällen historischer Dimension. Ein Indiz, dass es um stattliche Summen gehen dürfte, liefert der sprunghafte Anstieg der Vorsteueranmeldungen für den Strom- und Gasmarkt: Während 2006 nur 6,7 Milliarden Euro von Unternehmen als Vorsteuer angemeldet wurden, waren es im Jahr 2011 bereits 22,7 Milliarden Euro, heißt es in einem Schreiben des Finanzministeriums. Angemeldete Vorsteuerbeträge aus dem Handel über Grenzen hinweg nahmen zwischen 2004 und 2011 von 12 Millionen auf 6,3 Milliarden Euro zu.

Zurück